SHOPY-Pictus: Geschichte vom Aufbau eines Onlineshops

Fokus gerichtet auf objektive Erfahrungsberichterstattung.
Die Geschichte kostet nichts, aber der Wert ist mindestens: 999,- €

Shopy-Pictus-imBeitrag

Dies ist unsere Geschichte vom Aufbau unseres Onlineshops.

Wen sollte diese Geschichte interessieren?
Vielleicht die Leute, die selbst mit dem Gedanken spielen einen Online-Shop zu errichten, weil Sie gehört haben, wie einfach dies sei.

Warum schreibt man die Geschichte seines Online-Shops? Um damit anzugeben?
Wohl kaum; es wird eher peinlich für uns. Aber einerseits könnte man dadurch Andere davor bewahren die gleichen Fehler zu machen und andererseits kann man sich dadurch den Frust etwas von der Seele reden.

Die Geschichte eines Onlineshops soll all denen dienlich sein, die mit dem Gedanken spielen einen Onlineshop zu eröffnen oder gerade damit angefangen haben. Diese Geschichte könnte für einige ein abschreckendes Beispiel sein, oder anderen zumindest im Vorfeld schon verdeutlichen, worauf sie sich einlassen werden. Es ist die Geschichte eines kleinen mittelständischen Unternehmens, welches eigentlich nur versuchte, mit der Zeit zu gehen.

Herkunft / Firmengeschichte

Ich bin Harald Lassner, geboren 1961, von Beruf Jurist, verheiratet mit meiner Ehefrau Birgit, einer Modedesignerin und Vater von zwei mittlerweile erwachsenen Söhnen. Die Geschichte beginnt jedoch, im Grunde genommen, bereits vor über 100 Jahren:

Schon die Urgroßeltern meiner Frau betrieben Anfang des 19. Jahrhunderts einen Plissee-Betrieb, also einen Handwerksbetrieb, der sich darauf spezialisiert hatte Stoffe in Falten zu legen. Insbesondere im Bereich der Damenoberbekleidung kommt Plissee zum Einsatz, als modisches Element, am gängigsten bekannt unter dem Begriff Faltenrock. Im Laufe des 19. Jahrhunderts und speziell durch die Uniformherstellung in den beiden Weltkriegen entwickelte sich die industrielle Bekleidungsstellung. Dadurch entstand aus dem kleinen Handwerksbetrieb auch ein mittelständisches Unternehmen zur Herstellung von Falten. Bereits Ende der sechziger Jahre jedoch zeichnete sich ab, dass die Bekleidungsherstellung zunehmend ins Ausland abgewanderte, um dort von den günstigeren Lohnkosten profitieren zu können. In der heutigen Zeit wird im Prinzip keinerlei Serienherstellung von Bekleidung mehr in Deutschland durchgeführt. Ein Großteil der Waren wird in Fernost hergestellt, ein geringerer Anteil im europäischen Ausland. Die in den letzten zehn Jahren noch bei der Firma Lassner hergestellten Plissee´s, wurden im Ausland vorbereitet und zur Endfertigung  auch wieder dorthin verbracht.

Als wir den Betrieb, aufgrund einer schweren Erkrankung des Schwiegervaters übernahmen, war diese Entwicklung bereits abzusehen. Dementsprechend befanden wir uns von Anbeginn auf der Suche nach einem zweiten Standbein, welches das Überleben des Betriebes sichern sollte. Zu Beginn der Neunzigerjahre hielten die Computer auch in kleineren Unternehmen Einzug, zumindest ist in den kaufmännischen Bereichen. Auf der Suche nach einem zweiten Standbein stießen wir 1997 auf eine, am Weltmarkt neue Technik, nämlich dem Digitaldruck. Drucksachen in kleinen Auflagen waren zuvor, im Grunde genommen unbezahlbar. Die potentielle Kundschaft unseres Textilunternehmens beschränkte sich damals auf die rund 150 bis 200 Bekleidungshersteller in Deutschland. Da wir selbst also, für den eigenen Werbebereich, immer nur kleine Druckauflagen benötigten, hielten wir den Digitaldruck für eine große Chance, die wir ergriffen.

Zu unserem großen Glück gewannen wir zu Beginn unserer Digitaldruckherstellung einen Kunden, der seine Produkte an seine Händlerkunden mit personalisierten Etiketten anbot. Sehr schnell jedoch erkannten wir, dass die Nachfrage nach Digitaldrucken nicht so groß war, wie es ursprünglich propagiert wurde und das auch die Entwicklung kleiner Drucksysteme im Officebereich, einer dauerhaften Markterschließung entgegenstand.
Durch die Entwicklung von Eigenprodukten konnten wir dieses zweite Standbein jedoch für mehr als ein Jahrzehnt erfolgreich betreiben. Darunter war zum Beispiel die Herstellung von Gesellschaftsspielen speziell für kleinere Städte und Gemeinden, von deren Vertrieb zeitweise drei Außendienstmitarbeiter leben konnten.
Ferner ein Produkt, welches so zufällig entstand, wie im richtigen Leben. Zu Beginn unserer Digitaldruckanfertigung fertigten wir, als beispielhafte Muster, auch Visitenkarten für den eigenen privaten Bereich. Meine Frau suchte sich dabei als Hintergrundbild eines Schultafel heraus, auf welche in einer handschriftlichen Schriftart die Adresse gedruckt wurde. Als einer unserer beiden Söhne, der damals die erste Klasse besuchte, diese Visitenkarten sah, wünschte er sich selbst Ebensolche. Diese wurden zunächst verbal verweigert, aber wie Eltern so manches Mal sind, wurde eine Kleinstmenge bei einem Mitarbeiter in Auftrag gegeben. Der Mitarbeiter jedoch hatte sich im Material vertan und aus Versehen auf Selbstklebepapier gedruckt. Während die auf Karton gedruckten Visitenkarten zum Schneiden auf der Schneidemaschine lagen, befanden sich die auf dem Selbstklebepapier Gedruckten bereits in der Papierabfalltonne. Mit den Gedanken, unser Sohn könnte die Klebeetiketten für seine Mickymausheftchen benutzen, ließ ich diese mit zuschneiden. Meine Frau, als die kreative Kraft, erkannte sogleich die Möglichkeit und schlug vor, dies als Produkt, einem Hersteller von Schulranzen anzubieten. Die Firma Scout Schulranzen war sogleich vom Nutzen dieser Etiketten überzeugt und so fertigten wir nun seit über 15 Jahren die Scout Schulsticker.

Warum ein Onlineshop?

Mit dem Rest des Digitaldruckes ging jedoch leider immer weiter bergab. Ebenso wie das Interesse an Computerspielen immer weiter zunahm, nahm das Interesse an herkömmlichen Gesellschaftsspielen ab. Durch den Aufbau großer Online-Druckereien wurden die Preise so herabgedrückt, dass man mit dem Digitaldruck keine konkurrenzfähigen Angebote mehr unterbreiten konnte. Ein Großteil unseres Digitaldrucks fiel somit der Computer- und Online- Entwicklung zum Opfer.

Die Scout Schulsticker blieben jedoch während all diesen Jahren ein gefragtes Produkt. Zu Beginn erfolgten rund 95 % aller Bestellungen per Postkarte, die den Schulranzen beilagen  und fünf Prozent benutzten die Möglichkeit Ihre Bestellung per E-Mail zu senden. Dieses Verhältnis kehrte sich jedoch im Laufe der Jahre um, zumal die Bestellmöglichkeit sich von einer Bestellung per E-Mail, nach und nach zu einem sehr einfachen Onlineshop entwickelte.

Anfang des Jahres 2012 kamen wir daher auf die Idee, bei Scout nachzufragen, ob es nicht möglich wäre die Zubehörprodukte, wie etwa Regenschirme, oder Federmäppchen auf der Webseite mit anzubieten. Freundlich aber bestimmt erklärte man uns, dass man keine reinen Online-Händler beliefern würde, schon alleine deshalb, um sich nicht den Fachhandel zu verärgern. Aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit jedoch, erklärte man sich bereit, einen Außendienstmitarbeiter bei uns vorbeizuschicken, um eventuelle Möglichkeiten zu erörtern.

Wir hatten, ehrlich gestanden, sogleich den Hintergedanken in einem kleinen Räumchen einige wenige Ranzen und einiges an Zubehör hinein zu stellen und sodann als Ladengeschäft zu präsentieren. Als hätte der Außendienstmitarbeiter unsere Gedanken lesen können, erklärt er uns gleich beim ersten Gespräch, dass die Firma bei der Neuaufnahme eines Händlers voraussetzen würde, dass die Ware im ordentlichen Räumlichkeiten angeboten wird. Grundsätzlich jedoch würde man uns als Händler akzeptieren.

Unsere Überlegungen Schritten voran und zumal unser zweites Standbein deutlich zusammengeschrumpft war, begannen darüber nachzudenken, in den vorhandenen freien Räumlichkeiten ein ordentliches Fachgeschäft mit vielen Produkten aufzubauen, um diese dann auch in einem Onlineshop anbieten zu können. Nicht nur, dass wir beide tatsächlich blaue Augen haben, nein diesem Zeitpunkt waren wir tatsächlich noch vollkommen blauäugig, was einen Onlineshop anbetrifft.

Der erste Onlineshop

Mitte 2012 begannen wir mit dem Aufbau des Ladenlokals und begaben uns zeitgleich daran, uns über die Erfordernisse eines Onlineshops Gedanken zu machen. Natürlich benötigten wir dafür eine Software und eigentlich auch einen Mitarbeiter, der sich mit dieser auskannte. Sehr schnell erkannten wir, dass die für das Ladenlokal benötigte Kasse mit dem Shopprogramm korrespondieren musste, damit nicht Artikel online Angebot wurden, die kurz zuvor im  Ladenlokal über die Theke gingen. Wir fanden eine ganze Reihe von Anbietern von Registrierkassen, welche passend waren und sogar optional eine Shop-Software anboten. Zu unserer großen Freude befand sich solch ein Anbieter sogar vor Ort in unserer Stadt, so dass wir glaubten, dort gut aufgehoben zu sein, falls es einmal Rückfragen geben sollte. Der Kassen-Computer und die  Software waren schnell gekauft, doch das standardmäßige Aussehen des Onlineshops entsprach nicht unseren Vorstellungen. Mit den Fachleuten vor Ort, war jedoch auch schnell der Kostensatz vereinbart für die entsprechenden optischen Anpassungen. Wir arbeiteten uns in das Programm ein und stellten fest, dass damit manche Anforderungen, die wir für nötig gehalten hatten, nicht ausführbar waren. Der nette junge Mann, ein Mitarbeiter des Softwareherstellers, der uns für die optische Anpassung der Software zugeteilt worden war, musste offensichtlich häufig bei seinen Kollegen Rückfrage halten. Als er merkte, dass wir uns darüber wunderten, erklärte er uns freimütig, dass er nur Lehrling dort wäre. Abgerechnet wurde er jedoch mit dem Stundensatz eines voll ausgebildeten Programmierers.

Nach und nach erkannten wir, dass bei dieser Shopsoftware wesentliche Funktionen fehlten, die in anderen Onlineshops längst Standard waren. Schon einige Zeit und Mühen hatten wir selbst investiert, um mit dem Programm selbst umgehen zu können, als bei uns die Frage auftauchte, an welcher Stelle wohl der Benutzername und das Passwort für das Backend, also den für Kunden nicht sichtbaren Teil des Programms einzugeben wäre. Nach allen uns bislang schon bekannt gewordenen Unzulänglichkeiten der Software erklärt man uns nun, dass ein solcher Schutz nicht vorgesehen sei und seitens des Softwareherstellers nicht angeboten werden könne. Wir mussten uns eingestehen, aufs falsche Pferd gesetzt zu haben und dachten „lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende“.

Somit war der erste Anlauf eines Onlineshops für uns gescheitert.

Der zweite Onlineshop

Jetzt wollten wir es aber richtig machen und suchten nach einem Dienstleister der Professionalität versprach. Und wir fanden ein Unternehmen, welches scheinbar prädestiniert war uns beim Aufbau des Onlineshops behilflich zu sein. Das Unternehmen selbst führte mehrere eigene Onlineshops, betreute noch weitere Online-Händler und auch die Geschäftsführer betrieben eigene Shops.

Das Angebot war natürlich deutlich teurer als der erste fehlgeschlagene Versuch, aber die dort eingesetzte Software war schon tausendfach erprobt und die Shops die sie betreuten, waren Shops von teilweise recht bekannten Herstellern.

Es stellte sich heraus, dass unser erster Dienstleister die von uns ausgewählte Domain unbrauchbar gemacht hatte, weil man unseren Shop bei den Suchmaschinen nicht als im Aufbau befindlich deklariert hatte. Unser erster Dienstleister hatte also noch stümperhafter  gearbeitet, als wir selbst es schon erkannt hatten.

Man öffnete uns auch teilweise unsere blauen Augen und erklärte uns die Notwendigkeit von SEO, SEA, Adwords und anderen Dingen die noch auf uns zukommen sollte. Schon von Anbeginn erkannten wir die hohe Fachkenntnis. Es gab gewisse Zusatzprogramme, die sinnvoll waren, es galt verschiedene Zahlungssysteme zu integrieren, den Versanddienstleister zu bestimmen, ein ordentliches Shop-Logo anfertigen zu lassen, die Warenwirtschaft und Lagerhaltung zu organisieren. Es war zwar alles recht teuer, aber wir schienen jetzt auf dem richtigen Weg zu sein.

Die Software, die zum Einsatz gekommen war hieß Magento, war eine Open Source Software und durfte kostenlos benutzt werden. Für die benötigten Zusatzprogramme bezahlten knapp 1000 €. Für die Installation und Anpassung unseres Onlineshops bekam unser Dienstleister 15.000 €. Der Shop erhielt ein optisches Aufsehen, welches weitgehend unseren Vorstellungen entsprach.
Zur Verwaltung des Warenbestandes wurde ein Warenwirtschaftssystem installiert, welches monatliche Gebühren von 99 € kostete. Wir mussten zusätzlich eine neue Kassensoftware kaufen, damit auch die Kasse mit der Warenwirtschaft zusammenarbeite.
Ein weiterer Kostenpunkt lag darin, dass eine unserer Mitarbeiterinnen wochenlang Produktbilder bearbeiten und die Artikeldaten in das Magento-System einfügen musste.
Nach etwa drei Monaten war es soweit, wir standen kurz davor mit dem Shop online zu gehen. Die bis dahin investierten Kosten in den Onlineshop beliefen sich auf  über 25.000 €. Wir waren gespannt, wie lange es dauern würde, bis endlich der erste Auftrag über den Onlineshop hineinkommen würde, damit das bislang investierte Geld langsam anfangen würde zurückzufließen.

Mit unserem Dienstleister war von Anfang an vereinbart, dass er uns weiter betreuen würde und für diese Betreuung wurden 7 % vom laufenden Umsatz als Vergütung vereinbart. Dies hielten wir für einen korrekten Betrag, denn schließlich hatte man uns ja erklärt, dass nun fortlaufend an dem Shop weiter gearbeitet werden musste. Es sollten Dinge wie Suchmaschinenoptimierung durchgeführt werden und Adwords Werbekampagnen eingestellt werden. Wir waren uns schon darüber im klaren, dass wir zusätzlich zu den 7 % auch noch gewisse Beträge für die Werbemaßnahmen zu zahlen hatten, denn uns war bekannt, dass Suchmaschinen für jedem Klick auf eine Werbeanzeige ein paar Cent bekam.

Das große Erwachen

Kurz bevor der Shop online ging wurden wir zu einem Gespräch eingeladen, um die weitere Vorgehensweise festzulegen und den Businessplan durchzusprechen. Mit einem Beamer an die Leinwand geworfen, präsentierte uns unser Ansprechpartner den vorbereiteten Businessplan für den Onlineshop. Wir benötigen eine gewisse Zeit um uns einen Überblick zu verschaffen. Der Plan hatte folgenden Aufbau:

2013 2014 2015 2016 2017
Netto Umsatz 8.200 123.000 307.500 615.000 984.000
Einkauf /  Wareneinsatz
4.756 67.650 162.975 313.650 482.160
Versicherungen/Beiträge (TR) 200 720 864 1.034 1.244
Kommunikationskosten (TR) 200 1.200 1.440 1.728 2.074
Reklamationskosten (TR) 328 4.920 13.200 26.400 39.360
Werbekosten (AdWords,Preissumas, VK-Plattformen) 6.000 9.840 24.600 49.200 78.720
Bildmaterial (TR) 400 1.440 1.728 2.074 2.488
Produkt- und Imagepräsentationen (TR) 800 2.880 3.456 4.147 4.977
Warenabgabe (Lager) (TR) 164 2.640 6.150 12.300 19.680
Versand und Verpackung (TR) 328 4.920 12.300 24.600 39.360
Geldtransfer (Kreditkarte, Paypal, …) (TR) 164 2.640 6.150 12.300 19.680
Suchmaschinen- / Google-Opt. (XY) 4.000 14.400 17.280 20.736 24.883
Shopentwicklung (XY) 4.000 14.400 17.280 20.736 24.883
Shopbetreuung / -Optimierung (XY 484 7.257 18.143 36.285 58.056
Kundenservice und Contentpflege (TR) 4.000 13.200 14.520 15.972 17.569
Gesamtkosten 33.148 83.097 139.211 228.715 335.974
Betriebsergebnis -29.704 -27.747 5.315 72.635 165.866

Im ersten Moment waren wir erfreut über die dort aufgezeigten geplanten Umsätze. Im zweiten Moment waren wir etwas geschockt von den unten stehenden Betriebsergebnissen, mit denen uns aufgezeigt wurde, dass die Investitionsphase längst nicht beendet war. Im dritten Moment bekamen wir verschiedene Dinge erläutert, wie zum Beispiel, dass die Bezeichnungen (TR) und (XY) (von der Redaktion geändert) die Aufgabenverteilung darstellten. Im vierten Moment sollte uns erklärt werden, warum welche Vorgehensweisen notwendig seien.
Ganz offen und ehrlich gestanden, wachten wir erst jetzt auf: „Was, um Himmels willen, waren denn dies für merkwürdige Kostenpunkte?“ Unter den Punkten Suchmaschinen-/Google-Optimierung und Shopentwicklung waren Beträge für die kommende Zeit aufgeführt in Höhe von gesamt über 160.000 €. Wir fragten, weshalb diese Kostenpunkte dort aufgeführt seien? Nett und freundlich fing man an und wollte uns erklären, was SEO und Shopentwicklung zu bedeuten hätte. Nein, nein, nicht dass wir nicht gewußt hätten, um was es dabei ging. Wir wollten wissen, warum dies als Kostenpunkte zusätzlich aufgeführt war. Dies seien die entstehenden Kosten für seine Mitarbeiter, erklärte uns unser Ansprechpartner. Ja, aber wir hatten doch für die Shopbetreuung eine Umsatzbeteiligung in Höhe von 7 % vereinbart, entgegneten wir. Fast empört erwiderte unser Ansprechpartner, dass die Shopbetreuung doch nichts mit den anderen Aufgaben zu tun habe. Wir konterten, dass wir davon ausgegangen waren, dass eben diese Aufgaben ein Bestandteil Betreuung seien. „Nun, dann war dies wohl ein kleines Missverständnis“, bekamen wir zur Antwort.
„Was aber soll denn dann die Shopbetreuung sein“, fragten wir,“wenn nicht die Optimierung und Weiterentwicklung des Shops?“  „Nun, dass sei seine Vergütung für die Betreuung von uns als Kunden und dafür, dass er die Entwicklung des Shops mit Google-Analytics beobachte und steuere“.

Und damit war plötzlich die Umsatzbeteiligung unseres Dienstleisters von ursprünglich sieben auf über 16 % angestiegen. Nein, wir haben uns an diesem Tage nicht gestritten und in den wenigen folgenden Gesprächen kam es nicht zum Zerwürfnis. Bei genauerer Betrachtung stellte sich heraus, dass bei verschiedenen Punkten des Businessplans auch noch viel zu niedrig angesetzt Kosten für die von uns zu verrichteten Tätigkeiten eingeplant waren.

Das endgültige Aus des zweiten Anlaufs

Wie bereits gesagt, führten wir auch danach noch einige Gespräche mit unserem Dienstleister. Angesprochen auf die unseres Erachtens nach zu niedrig angesetzten Lohnkosten für unsere Mitarbeiter, erhielten wir den glorreichen Vorschlag, dass wir diese Kosten der Mitarbeiter einfach in andere Bereiche unseres Unternehmens buchen könnten. Und jetzt erklärte uns unser Ansprechpartner unverhohlen, dass auch er die Lohnkosten, die bei einem seiner Privatshops anfielen, einfach bei den Onlineshops, die unter einer Aktiengesellschaft geführt wurden mit hinein buchte.
Wie soll man reagieren, wenn man zuerst mit einem kaufmännisch sinnlosen Vorschlag konfrontiert wird und im nächsten Moment erklärt bekommt, dass die Aktionäre einer Gesellschaft durch die Verschiebung von Lohnkosten betrogen wurden.

Falls andere Dienstleister im Bereich Onlineshop oder Online-Marketing diese Geschichte lesen sollten, hoffe ich zumindest auf deren Verständnis, wenn wir Ihrem Berufsstand für alle Zeiten misstrauisch gegenüberstehen werden.

Der dritte Anlauf

Von unserem ersten beiden Dienstleistern wurden wir schlichtweg dumm gehalten. Weitergehende Erläuterungen oder Erklärungen zu Shop-Software oder Warenwirtschaft haben wir nie bekommen. Und doch haben wir aus diesen Erfahrungen einiges gelernt. Jetzt führen wir unseren Onlineshop in eigener Regie.

Nachzutragen bleibt vielleicht noch, dass auch unser zweiter Dienstleister, der durch die Führung von rund einem dutzend Onlineshops das Vertrauen erweckte hoch professionell zu sein, zumindest zwei gravierende Fehler beim Aufbau unseres Onlineshops begangen hat und zusätzlich auch noch eine „Zeitbombe“ installiert hatte.

Einerseits ließ er uns die Artikeldaten in das Magento-Sytem eingeben und übertrug sodann die dort vorhandenen Daten zur Warenwirtschaft. In einem korrekten hierarchischen Aufbau steht jedoch die Warenwirtschaft ganz oben, so dass Artikel in der Warenwirtschaft einzupflegen sind und von dort an die Shop Software weitergegeben werden.

Zweitens hatte unser Dienstleister unseren Shop mit einem einfachen Template versehen, welches statisch war. In der heutigen Zeit gehen bereits rund ein Drittel aller Internet Benutzer mit einem Smartphone ins Netz und ein weiterer Prozentsatz mit Tablets. Dementsprechend sollte man, wenn man einen neuen Shop aufsetzt, ein Response Design benutzen, damit sich die Benutzeroberfläche an das entsprechende Endgerät anpasst.

Drittens fanden wir erst nach Monaten heraus, dass man bei unserem Shop sogenanntes „bad SEO“ eingebaut hatte. Durch eine entsprechende Programmierung wurden beim Anlegen eines neuen Artikel zusätzliche, unechte URLs erzeugt, so dass die Suchmaschinen den Eindruck erhalten sollten, dass in unserem Shop statt eines neuen Artikels gleich etwa vier neue Artikel hinzugefügt wurden. Dies sollte ein besonders großes Wachstum des Shops vortäuschen.
Diese Vorgehensweise ist zwar durchaus gebräuchlich, da das Auffinden eines Produktes durchaus auf unterschiedlichen Wegen in einem Shop möglich ist, also zum Bespiel über die Artikelart, über die Marke, oder über die Farbe. Aber man muss in diesem Falle unbedingt mit den sogenannten canonical-tags arbeiten; man muss also die Suchmaschinen darauf hinweisen, dass die verschiedenen URLs alle zu einem bestimmten Produkt führen und eben nur verschiedene Wege darstellen, um zu diesem Produkt zu kommen. Tut man dies nicht, entsteht der Eindruck, es handele sich um verschiedene Produkte, die jedoch alle den gleichen Beschreibungstext haben. Dann scheint der Shop zwar ein umfangreicheres Sortiment zu haben, aber zeitgleich entsteht damit das Problem des sogenannten duplicate contents, also kopierter Inhalte. Suchmaschinen möchten, dass jedes Produkt mit einem eigenen Text beschrieben werden. Wir haben uns alle Mühe gegeben für jedes Produkt einen eigenen Text zu schreiben. Diese Bemühung wurde durch die Nichtverwendung der canonical-tags zunichte gemacht.
Wir mussten dementsprechend die rund 55.000 URLs löschen und die URLs neu aufbauen – diesmal mit canonical-tags. Für die Suchmaschinen bedeutete dies jedoch im ersten Moment eine rapide Verkleinerung des Shops und wir fielen dementsprechend in der „Sichtbarkeit“ wieder massiv zurück. Wir wurden also wieder weniger angezeigt.

Wenn Sie sich fragen, warum wir den Dienstleister nicht verklagten, obwohl uns dadurch ein großer Schaden entstand, ist die Antwort recht einfach: „Wie soll man denn beweisen, wer eine solche Programmierung vorgenommen hat?“ :(

Fazit für uns:

Wer einen Onlineshop aufbauen möchte, sollte äußerst sorgsam sein bei der Auswahl seiner Dienstleister. (Alle wollen nur Ihr Bestes: Ihr Geld)

Der Aufbau eines Onlineshops ist keine kurzfristige Investition, die sich bereits nach kurzer Zeit amortisiert, sondern in gewissem Maße ein „Fass ohne Boden“, bei dem die ersten schwarzen Zahlen erst nach Jahren zu erwarten sind.

Falls Sie wissen möchten, was für einen Onlineshop wir aufgebaut haben, besuchen Sie uns unter: http://www.taschen-ranzen.de

Fortsetzung:

Anfang September 2013 war unser Shop online gegangen.
Einige Wochen versuchte uns unser zweiter Dienstleister davon zu überzeugen, dass seine Vorgehensweise und die damit verbundenen Investitionen der einzig richtige Weg für den Aufbau eine Onlineshops sei. Nach den oben genannten Beschreibungen dürfte aber einsichtig sein, dass wir auf eine weitere Zusammenarbeit nicht eingingen.

Im November 2013 begannen wir den Shop in Eigenregie weiter zu führen. Sicher haben wir dabei auch Dinge getan, die aus der Sicht der Suchmaschinen nicht günstig waren. Einerseits die Korrektur der künstlich erzeugten zusätzlichen URL´s, die vortäuschten, dass der Shop ein großes Wachstum an Seiten hätte. Durch die Zurücknahme dieser „falschen“ URL´s mussten die Suchmaschinen den Eindruck haben, dass der Shop plötzlich auf einen viel kleineren Umfang zurückgefahren worden sei. Diese Maßnahme erfolgte jedoch erst im Februar 2014, unmittelbar nachdem wir dieses „bad SEO“ entdeckt hatten. Dies warf uns sicher für lange Zeit zurück.
Ebenso stellten wir erst Anfang 2014 auf ein neues responsive Template um, welche eine Anpassung der Darstellung an die verschiedenen Endgeräte möglich machte. Zeitgleich bauten wir geänderte Kategorien im Shop ein, da die erste Kategorie-Einteilung einerseits nicht wirklich sachgemäß war und die Neueinteilung auch ein besseres Zurechtfinden für die Besucher versprach. (Wir waren wohl auch hier schlecht beraten worden). Auch solche „große“ Umbaumaßnahmen werden aus der Sicht von Suchmaschinen nicht wirklich gerne gesehen und drosseln eher ein Vorankommen.
Bis Ende Juni 2014 erfolgten Maßnahmen die aus der von Suchmaschinen gefordert werden, nämlich die Schaffung von Content und Backlinks.

Content is king

 

Eine Aussage von Matt Cutts, welcher sozusagen der „Google-Guru“ ist, der Sprecher von Google, der den Menschen „draußen“ sagt, was Google auf Webseiten sehen möchte und was nicht, sagte zum Beispiel „Content is king“, also Inhalte sind das Wichtigste für Internetseiten. Dabei müssen textliche Inhalte einzigartig und nützlich sein, also keine Kopien irgendwelcher bestehender Texte und kein sinnloses Wortgeflecht.
Wenn man sich an diese Vorgaben halten möchte, muss man Texte verfassen, die entsprechend inhaltlich sinnvoll und möglichst für den Nutzer der Webseiten auch nützlich sind. Wenn diese Texte formuliert sind, muss man mit „Hilfsprogrammen“ kontrollieren, ob diese Texte auch wirklich einzigartig sind, also dass keine übereinstimmenden Texte an anderer Stelle im Internet zu finden sind. Sehr schnell stellt man fest, dass tatsächlich selbst verfasste Texte immer zu einem gewissen Anteil kopiert zu sein scheinen. Schließlich benutzen wir Menschen nur eine üblicherweise bestimmte Anzahl von Worten und wenn viele Menschen versuchen etwas bestimmtes zu beschreiben, sind Übereinstimmungen in den Formulierungen sehr wahrscheinlich. Um nun zu versuchen einzigartige Texte zu erstellen, werden oft merkwürdig scheinende Formulierungen benutzt werden müssen. Oft muss man einen Text mehrfach umformulieren, um ein Prüfergebnis zu erhalten, mit welchem die Suchmaschinen sich zufrieden geben sollten.

Backlinks

Auch die sogenannten Backlinks sind ähnlich unsinnige Anforderungen der Suchmaschinen. Es ist schon verständlich, dass Suchmaschinen die Wertigkeit von Webseiten auch daran bestimmen möchten, wie viele andere Webseiten auf diese Webseite verweisen, denn wenn andere Webseiten sozusagen die Empfehlung aussprechen doch einmal „dort hin zu gehen“, sollte man meinen, dass dies eine Wertschätzung der verlinkten Seite zum Ausdruck bringt. Und je bekannter eine Website ist, die auf die eigene Website verlinkt, um so wertvoller ist dieser Backlink. Dies ist alles soweit ja ganz schön und im Prinzip auch richtig, wenn es sich dabei um einen natürlichen Vorgang handeln würde. Doch davon ist die Realität mittlerweile weit entfernt.
Natürlich gibt es auch heute noch Webseiten, die auf andere verweisen, weil sie diese inhaltlich gut finden, oder sogar zitieren. Doch im Großen und Ganzen hat sich daraus bereits ein ganzer Wirtschaftszweig entwickelt, der für eine Unzahl von Verlinkungen sorgt. Google bringt immer wieder Updates heraus, die das Ganze in vernünftigen Bahnen halten soll. So werden die Nutzer von sogenannten Linkfarmen, die zahllose Links zum eigenen Webauftritt erzeugen heute sogar bestraft, denn von den Links wird mittlerweile auch eine inhaltliche Qualität gefordert. Dies jedoch führt dazu, dass eben inhaltlich sinnvolle Links erzeugt werden, welche in der Regel auf Seiten stehen, die im Prinzip niemand wirklich liest, außer den Suchmaschinen. Es werden also mittlerweile massenhaft sinnvolle Texte für die Computer selbst geschrieben. Wer hier jedoch nicht „mitspielt“ ist eben nicht so bedeutend, wie die Anderen.

Stand Ende Juni 2014:
Nun wir haben bis Ende Juni 2014 „mitgespielt“ und sowohl ordnungsgemäßen Content und einige Backlinks erzeugt. Der Erfolg ist, dass unser sogenannter Sichtbarkeitsindex von 0,0024 im September 2013 auf dann 0,081 Anfang Juli 2014 gestiegen ist. Wenn man es rechnerisch beschreiben wollte hat sich die Sichtbarkeit quasi verdreihundertfacht. Das hört sich toll an, bedeutet aber letztlich, dass wir in der organischen Suche (also der nicht bezahlten Werbung, sondern den echten Suchergebnisanzeigen) nur verschwindend wenig gezeigt werden.

Mit viel Zeitaufwand und Arbeit haben wir einen Onlineshop erstellt, der im Vergleich zu manch anderen Shops besser ist und auch aus der Sicht von Google und Co. mehr den Anforderungen entsprechen dürfte als andere Shops. Und doch werden diese anderen Shops deutlich besser gezeigt! Ein wesentlicher Grund dafür ist das Alter der domain. Denn Google bevorzugt auch Seiten und Shops, die schon älter, also länger im Web sind. Grundsätzlich ist auch dies verständlich, denn die Älteren haben in der Regel auch mehr Erfahrung und sind daher als das bessere Suchergebnis zu bewerten. Wenn man aber alle Faktoren berücksichtigen muss, dann haben Neueinsteiger im Prinzip keine Chance mehr. Ältere Webseiten haben über viele Jahre, nach und nach, Content und  Links aufgebaut und haben sich eine Marktposition geschaffen, die es ermöglicht entsprechend viele Mitarbeiter zum weiteren Ausbau dieser Stellung zu benutzen. Aus unserer Sicht ist eine Aufholjagd fast unmöglich. Wir werden sehen, ob eine „normale“ Weiterführung des Onlineshops irgendwann honoriert werden wird. Eigentlich müsste dies schon im Eigeninteresse von Google so sein, denn wenn nur die „Älteren, Größeren“ von Google, aufgrund der selbst gesetzten Maßstäbe gezeigt werden, haben diese Großen irgendwann eine Monopolstellung, was im Umkehrschluss die Suchmaschinen selbst überflüssig machen würde.
Wir können also noch hoffen. (Die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt).

30. September 2014
Nun sind wieder einmal drei Monate vergangen und es wird Zeit zu berichten, was sich beim Aufbau unseres Onlineshops getan hat.
Vom rein chronologischen Zeitablauf ist unser Online-Shop nun ein ganzes Jahr aktiv, oder sagen wir besser wir sind ein ganzes Jahr aktiv an unserem Online-Shop. Wenn wir es genau nehmen, können wir nur von einer viel kürzeren relevanten Zeit ausgehen. Das bad-SEO, welches wir erst im Februar 2014 entdeckt und entfernt hatten hatte noch lange Nachwirkungen. Erst von Anfang Juni bis Anfang Juli korrigierte Google die fehlerhafte Indexierung der unkorrekten URLs, die noch aus dem bad-SEO her kamen. So gesehen dürfte Google uns erst seit drei Monaten als korrekten Online-Shop betrachten.

Wenn erst einmal etwas falsch gelaufen ist, ist es scheinbar chancenlos dies einfach wieder zu korrigieren.
Wie gerne hätten wir Google mitgeteilt, das wir uns als ein Opfer sehen, dass für die Fehler gar nicht verantwortlich ist.
Versuchen Sie doch einmal mit Google Kontakt aufzunehmen! Also mit einem kompetenten Ansprechpartner von Google für Belange des eigenen Webauftritts. Für die bezahlte Werbung Adwords ist ein Kontakt unschwer – dort gibt es Hotlines und Ansprechpartner, die für Europa in Irland und Polen arbeiten (natürlich auch deutschsprachige Mitarbeiter). Dort ist man freundlich, engagiert und zuvorkommend – was Adwords anbelangt. Schließlich ist man ja der zahlende Kunde.
Nur leider kann man dort für andere Fragen oder Probleme nicht behilflich sein.
Eine Telefonnummer zu Google in Deutschland, oder sonstwo in Europa findet man nicht.

Google hilf!
Aber manchmal hat man ja auch Glück im Unglück – oder letztlich auch nicht. Durch einen täglichen Newsletter für den Onlinehandel stieß ich eines Tages, ganz früh morgens, auf das Angebot eines Workshops für Online-Marketing, welches im Hause von Google in Hamburg stattfinden sollte. Ganze siebzig Plätze gab es für diesen Workshop und durch schnelle Reaktion konnte ich einen dieser Plätze ergattern. Dies sah ich als eine reelle Chance einen Ansprechpartner bei Google zu finden. Und tatsächlich konnte ich am 28.08. in einer Pause zwischen den einzelnen Vorträgen mit einer Mitarbeiterin sprechen, mein Leid klagen und darum bitten, einmal auf unseren Webauftritt zu schauen. Die freundliche Dame notierte sich unsere Webadresse und versprach danach zu sehen, oder sehen zu lassen.
Ein anderer Mitarbeiter von Google, der in einem Vortrag die Vorteile einer Werbung mittels dem Kanal YouTube darstellte gab sogar seine Email-Adresse bekannt, damit man ihn ansprechen könnte, wenn man daran interessiert wäre (mit einem Einsatz von mindestens 3.000,- € monatlich) über YouTube zu werden. Auch diesen Herrn schrieben wir zweimal an, um nähere Informationen über die konkreten Möglichkeiten zu erhalten.
Bis heute haben wir von keinem der Beiden mehr etwas gehört.

Die Umsätze des Online-Shops bis Ende September 2014:
Ja, der Shop macht mittlerweile Umsätze. Die Umsatzzahlen sind sicher sogar höher, als manch ein kleiner Einzelhändler erzielt. Aaaaaber: die erzielten Umsätze mit dem Online-Shop als Solchem werden fast ausschließlich über Google Shopping, oder Adwords generiert; Aufträge, welche von organischen Suchergebnissen erfolgen sind verschwindend gering.
Die Umsätze, die man über andere Verkaufsplattformen, wie Amazon, Ebay oder Preissuchmaschinen erzielen kann, lassen sich recht einfach  beschreiben: Auf den Plattformen herrscht ein harter Konkurrenzkampf; üblicherweise bekommt der billigste Anbieter den Zuschlag und muss auf diesen noch hohe Verkaufsgebühren an die Plattform bezahlen. Wenn überhaupt, bleibt bei diesen Verkäufen unterm Strich nicht übrig.
Dabei sind Plattformen wie Amazon und Ebay noch kalkulierbar, weil man die Gebühren berechnen kann. Bei den Preissuchmaschinen, die mit einem CPC (cost per click) arbeiten, sind die Verkäufe kaum kalkulierbar. Von diesen Verkaufsmodellen haben wir Abstand genommen und können diese auch nicht empfehlen.
Auch Amazon und Ebay sind aufgrund ihres Gebührenmodells nur äußerst wenig lukrativ zu betreiben. Aber, zumindest kann man sich sicher sein, dass dort zahllose Kunden nach Produkten suchen.

Im Taschen- und Schulranzenhandel sind die Monate Oktober und November die sogenannte „Saure Gurkenzeit“. Auch die stationären Einzelhändler verbuchen in dieser Zeit deutlich geringere Umsätze. Wir erwarten also für die kommenden beiden Monate einen Rückgang der Umsätze. Zumindest bleibt dann in dieser Phase die Zeit, all die Neuheiten der neuen Saison in den Shop einzupflegen – in der Hoffnung, dass dies durch die weitere Entwicklung belohnt wird.

Stand Februar 2015

Nun sind wir rund 18 Monate online. Seit November 2013 haben wir darauf geachtet, den Shop weiter Google-konform aufzubauen, also nichts zu Tun, was aus Google-Sicht zu einer schlechten Nutzer-Erfahrung führen könnte, oder etwa durch getrickste Maßnahmen uns eine bessere Sichtbarkeit zu erschleichen. Wir haben kontinuierlich eigene Textbeschreibungen verfasst und immer wieder das Angebot durch neue Artikel ergänzt.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben wir auch unsere Warenwirtschaft in den Griff bekommen und die Auftragsbearbeitung optimiert. Der Versand eingehender Bestellungen erfolgt regelmäßig am nächsten Tag, ordnungsgemäß verpackt und korrekt. Wir arbeiten mit einer angepassten Preispolitik, dass heißt, wir versuchen nicht mit Dumpingpreisen grundsätzlich die Angebote anderer Onlineshops zu unterbieten, sondern passen uns an das übliche Preisniveau an.

Wenn Google behauptet den Suchenden die besten Ergebnisse anzuzeigen, dann würden wir davon ausgehen, dass wir mittlerweile an die renommierten Onlineshops, welche schon eine um Jahre längere Erfahrung verfügen, heranreichen könnten. Tatsächlich aber, müssen wir feststellen, dass wir in den organischen Suchergebnissen vielfach noch zurückgesetzt erscheinen. Uns ist ein Mitbewerber persönlich bekannt, der schon einige Jahre länger seinen Online-Shop (im gleichen Produktbereich) geführt hat und seit einem halben Jahr diesen Shop quasi aufgegeben hat. Dieser Shop hatte nie brauchbare Produktbeschreibungen und seit Monaten wurden keine Artikel aktualisiert. Viele seiner Artikelseiten weisen einen 404-Fehler auf, dass heißt die Seiten werden gar nicht mehr gefunden, weil sie gar nicht mehr existieren. Aber scheinbar reicht es schon aus, eine um ein paar Jahre ältere domain zu besitzen, um besser angezeigt zu werden. Noch immer zeigt Google diesen Shop, der eigentlich gar nicht mehr funktioniert, vor unseren Webseiten an.
Wer also glaubt, einfach alles nur besser machen zu müssen, um Andere „überholen“ zu können, der irrt.

Nun haben wir zwar mittlerweile eine ganz brauchbare Anzahl von Online-Verkäufen, allerdings nicht durch unseren Online-Shop, sondern auf Plattformen, wie Amazon und Ebay. Die Zahl der Klicks in der organischen Suche, also den natürlichen Suchergebnissen, ist angestiegen und die Anzahl der Klicks auf unsere Website wird stark durch bezahlte Adwords-Anzeigen erhöht. Aktuell kann der Umsatz durch den Online-Shop aber noch nicht einmal die Adwordskosten abdecken.

Mit unserem ersten Ladengeschäft waren wir recht erfolgreich. Wir konnten uns einen guten Ruf aufbauen und das Angebot wird gut angenommen. Seit November 2014 haben wir ein weiters Ladengeschäft in Frankfurt am Main eröffnet (zu sehen unter http://www.lassners.de) welches auch jetzt schon eine gute Akzeptanz erfährt.
Unsere Erfahrung sagt jetzt, dass man bei einem lokalen Ladengeschäft relativ schnell erkennen kann, ob  es erfolgreich sein wird, oder nicht; aber bei einem Online-Shop tappt man im Dunkeln und kann kaum prognostizieren, ob der Shop eines Tages laufen wird, oder nicht.

Wie heißt es so schön: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“. Nein, wir haben die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben. Wir investieren noch weiter, vor allen auch durch eine neu angebahnte Zusammenarbeit mit einer namhaften SEO-Agentur. Allerdings hat deren Übernahme der Adwords-Betreuung bislang nur die Kosten in die Höhe getrieben, aber nicht den Umsatz. Noch üben wir uns in Geduld und Hoffnung.

Allerdings würden wir schon heute Jedem davon abraten einen Online-Shop aufbauen zu wollen, es sei denn, er verfügt über eine extrem lange Ausdauer und das nötige Kapital. Die Anforderungen an einen Online-Shop sind so hoch gesteckt, dass eine Privatperson im Grunde genommen keine Chance mehr hat, in den Onlinehandel einzusteigen. Und es ist zu erwarten, dass mit fortschreitender Zeit die Hürden immer höher werden und der ganze Onlinehandel letztlich in die Hand einiger weniger Monopolisten fallen wird. Ob dies dann im Ergebnis wirklich noch die besten Suchergebnisse für die Nutzer sein werden, steht zu bezweifeln.

Warten wir also die nächsten Wochen und Monate ab und schauen, ob eine professionelle Agenturarbeit in eine Erfolgsrichtung führt; wissentlich, dass die Ergebnisse eines aktuellen Handelns erst Monate später erkennbar werden können.

März 2015 – Zusammenarbeit mit einer Profi-Agentur

An verschiedenen Stellen haben wir zuvor bereits unsere Skepsis gegenüber der Arbeit von Agenturen geäußert. Unsere bisherige Ansicht war es, dass kleine Agenturen nicht wirklich gute Arbeit leisten können, da das ganze Spektrum des Onlinemarketings eine so große Bandbreite hat, dass schon eine Spezialisierung auf einzelne Gebiete erfolgen muss, um sich gut auskennen zu können. Nach unserer bisherigen Auffassung könnte eine kleine Agentur also nur dann gute Arbeit leisten, wenn sie sich auf ein bestimmtes Gebiet spezialisiert hat, eine umfassende Beratung hingegen könnte man nur von größeren renommierten Agenturen erwarten. Wir gestehen ein: Diese Ansicht war völlig falsch!

Nachdem der Shop so gar nicht recht Fuß fassen wollte, näherten wir uns der Überlegung dieses „Fass ohne Boden“ entweder gleich zu schließen, oder uns einer professionellen Agentur anzuvertrauen und uns beraten zu lassen.
Wir hatten uns sehr viel Zeit genommen, bei der Auswahl einer geeigneten Agentur und haben uns letztlich für eine Agentur entschieden, unter deren Referenzen wir einen großen Automobilhersteller, einen bekannten Softwareentwickler und einen führenden Online aus dem Bereich Elektronik fanden.

Nach der ersten Kontaktaufnahme bekamen wir ein Angebot über eine erste Shopanalyse, welche Grundlage eines weiteren Handelns sein sollte. Im Ergebnis der Analyse sollten wir konkrete Handlungsempfehlungen zur Shop-Optimierung erhalten, welche wir dann selbst, durch Dritte, oder durch diese Agentur umsetzen könnten. Es erschien uns durchaus verständlich, dass man sich einen Shop erst einmal genau ansehen muss, um dann daraus folgern zu können, was genau getan werden muss, um diesen voranzubringen.
Schon seit Jahresbeginn waren wir auf der Suche nach einer geeigneten Agentur. Im Frühjahr lag nun einmal die Hauptsaison für einer unserer wichtigen Produkte, nämlich die Schulranzen. Wir hatten dabei im Hinterkopf, diese Agentur auch gleich mit der Betreuung unserer AdWords-Kampagnen zu betreuen, denn bis zu diesem Zeitpunkt konnten wir mit den eigenen Ergebnissen nicht sonderlich zufrieden sein. Die von uns selbst aufgesetzten Kampagnen schluckten knapp 40% des Umsatzes und waren somit unrentabel. Da unsere Werbeanzeigen nicht sonderlich erfolgreich waren, hatten wir auch nur einen relativ niedrigen Klickpreis eingestellt, um die Kosten gering zu halten. Aber man muss ja Kampagnen zumindest soweit laufen lassen, um Reaktionen zu erhalten und dadurch Optimierungsmaßnahmen ausprobieren zu können. Aber wir hatten schon lange daran herumgewurschtelt und mussten immer noch knapp 40% des Umsatzes berappen.
Da nun die von uns für gut befundene Agentur auf Ihrer Website auch die Optimierung der AdWords beteuerte, hielten wir es für eine sinnvolle Lösung auch die Betreuung zu übertragen, denn bei 40%-Kosten bleibt nun einmal Nichts vom Umsatz über.
Dass sollte sich durch die professionelle Betreuung ändern – und es änderte sich tatsächlich.

In Kürze werden wir von den höchst erstaunlichen Leistungen dieser Profi-Agentur berichten.
Besuchen Sie diese Seite in Kürze wieder. Sie werden überrascht sein. (Stand  19.04.2015)

Juni 2015

Nun, was brachte uns die Profi-Agentur?
Unglaubliche Ergebnisse!

Die beauftrage Shop-Analyse war schön dekorativ auf rund 70 Seiten (vermutlich Power-Point-Präsentation) verteilt.
Schon auf der Website hatte die Agentur mit konkreten Handlungsempfehlungen geworben, mit denen man seine ganze Website erfolgreicher betreiben könne.
Auf diesen 70 Seiten fanden sich nun viele Zahlenspielchen, die man selbst mit kostenlosen Tools, oder etwas mehr Zeitaufwand anderweitig beschaffen konnte. Viele dieser Informationen hatten wir selbst schon zuvor herausgefunden, viele davon sind selbst schon bei den Google-Webmaster-Tools gelistet.
Und tatsächlich gab es auch Handlungsempfehlungen: Die hießen: Content Marketing Kampagne zum Backlinkaufbau, Paginierung verbessern, Website-Architektur verbessern, Filterindexierungskonzept, Keywordrecherche & Erstellung eines Content Konzepts und suchmaschinenoptimierter Shop-Texte, Google My Business Optimierung, Initiale & laufende Conversion Rate Optimierung und Page Speed verbessern.
Sicherlich sind dies unbestreitbar Handlungsempfehlungen (die man vermutlich jedem Website-Betreiber zu jeder Zeit nennen kann, denn eine Site kann immer verbessert werden), aber was daran konkret sein sollte ist uns ein Rätsel.
Diese Auflistung allgemeingültiger Stellschrauben zum Verbessern einer Website waren das Ergebnis einer teuren Analyse, welche wir letztlich vollständig bezahlt haben.

Allerdings haben wir von der Kostenrechnung der Analyse einen Teil des Schadens in Abzug gebracht, der uns durch die von der gleichen Agentur übernommenen Google-Adwords-Betreuung entstanden ist.
Viele Monate hatten wir zuvor selbst Google-Adwords-Kampagnen laufen lassen und vorsichtig daran herumgebastelt um diese möglichst zu optimieren. Die Zahl der von uns erzielten Klicks war nicht allzu hoch , ebenso, wie die Zahl der erzielten Verkäufe. Mit dieser monatelangen Bastelei kamen wir immerhin zu dem Ergebnis, dass wir „nur“ rund ein Drittel des erzielten Umsatzes für die Adwords-Kampagnen bezahlen mussten. Wenn man es genau berechnet, bleibt dann vom erzielten Umsatz im Prinzip nicht mehr übrig, aber die Kampagnen waren wenigstens kostendeckend.
Die Leistung der professionellen Agentur brachte unglaublich schnell ganz andere Zahlenwerte zum Vorschein: Binnen weniger Tage stiegen die Klickzahlen auf das Doppelte und mehr; der Umsatz veränderte sich jedoch leider nicht, sondern war vergleichbar mit dem zuvor erzielten Umsatz; aaaaber: die Kosten für die Adwords-Werbung stiegen auf rund 140% des Umsatzes! Das war Geldverbrennen in Vollendung.
Die erste Nachfrage zu diesem groben Unverhältnis nach acht Tagen wurde damit abgewiegelt, dass nicht jede Maßnahme sofort greife. Bei der Frage nach etwa vierzehn Tagen, ob nicht langsam die Alarmglocken schrillen müssten, bekamen wir als Erklärung, dass der Cost per Click für unser Hauptprodukt eben sehr hoch liege und dass man daher überlegen sollte, dies aus der Bewerbung herauszunehmen. Letztlich haben wir nach drei Wochen, ohne irgend eine Verbesserung der Situation, die Notbremse gezogen und die Kampagnen komplett abgeschaltet.

Nicht nur, dass die Agentur unsere halbwegs funktionierenden Einstellungen „kaputt“ gemacht hatte, nicht nur, dass wir durch deren Maßnahmen unverhältnismäßige finanzielle Verluste erzielten, nein, im Nachhinein stellte sich die Agentur auf den Standpunkt, dass wir sie ja mit der Betreuung der Adwords-Kampagnen für einen Zeitraum von sechs Monaten beauftragt hatten und daher zur Zahlung der Betreuungskosten dafür verpflichtet seien.
Wir haben diese Kosten nicht bezahlt und sehen gelassen einem Rechtsstreit entgegen. Normalerweise verfügen Richter über einen gesunden Menschenverstand, so dass nicht zu erwarten sein dürfte, dass ein Urteil gefällt wird, nachdem ein Shopbetreiber verpflichtet wird, sich von anderen das Geld verbrennen zu lassen.
Wir werden berichten, was hierbei herauskommt.

Jedenfalls gilt für uns jetzt, dass die Nennung großer bekannter Firmen als Referenzen, keine Aussage über die Qualität einer Agentur beinhaltet.
Wer sich tatsächlich der Hilfe Außenstehender, wie eben einer Agentur anvertrauen will, der sollte zumindest eine persönliche Empfehlung eines zuverlässigen Bekannten als Grundlage nehmen und nicht auf die Werbeaussagen, oder die Referenzen schauen.

Übrigens: Ebenfalls interessant war, dass diese Agentur und tatsächlich eine konkrete Handlungsempfehlung ausgesprochen hat, nämlich die, dass wir doch besser nicht mehr weiter mit einem auf Magento basierenden Shop arbeiten sollten. Natürlich wollte man uns behilflich sein, auf ein anderes System umzustellen und bezifferte die Kosten dafür mit rund 10.000,- €. Als Begründung für diese Maßnahme erklärte man und, dass das andere Shopsystem schon verschiedene Dinge integriert habe, welche bei Magento nicht implementiert seinen, allerdings ohne hier konkreter zu werden.
Dass wir damit gleichzeitig nicht mehr mit der bereits käuflich erworbenen Schnittstelle zu unserer Warenwirtschaft hätten arbeiten können, hatte die Agentur nicht erwähnt, oder einfach übersehen. Ob es eine Schnittstelle zwischen unserer Warenwirtschaft und dem anderen Shopsystem überhaupt gibt, wurde dementsprechend auch nicht überprüft oder benannt. Vermutlich war es der Agentur auch egal, denn schließlich hatte man ja auch noch beim Aufbau einer neuen Warenwirtschaft seine Dienste anbieten können.
Soweit unsere Erfahrungen mit einer Profi-Agentur.

 

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